
Von der Planung in die Wirklichkeit – der zweite Workshop an der MS Vorchdorf
Am 22.11. durfte unser Team ein weiteres Mal die Schüler*innen der MS Vorchdorf in die kreativ-bunte Welt des Cosplays entführen und mit ihnen endlich konkret an ihren Projekten arbeiten. Nachdem die Kinder bereits im Oktober von der Expertin Julia Nusko, in der Cosplay-Szene besser bekannt als “Ziora”, allerhand über das Thema erfahren haben und ihre Kreationen bestaunen durften, waren sie drauf und dran, endlich selbst loszustarten. Die Schüler*innen bereiteten sich mit ihren Werklehrerinnen Irene Eder und Regina Füreder in der Planungsphase zum Teil sehr detailliert vor und hatten konkrete und durchaus auch anspruchsvolle Vorstellungen was sie im Workshop umsetzen oder zumindest beginnen wollten. Unser Anliegen war es daher, ihnen einen Rahmen mit vielen Möglichkeiten zu bieten, damit sie ihre Ziele möglichst erreichen würden.
Hannelore, Simon, Mike und Sebastian (von SFK Manufaktur) waren diesmal neben den beiden Lehrerinnen am Start, um den Kindern ein multimediales Schaffen zu ermöglichen. Natürlich brauchte es auch wieder einen “Mann vom Fach”, wie man gerne umgangssprachlich sagt, ein Role Model, welches den Schüler*innen mit seiner Expertise zur Seite steht.
Stefan Kuntner aka “Don Esteban” ist einer der besten Cosplayer in ganz Europa und bringt mit seinen aufwändigen Kostümen nicht nur die Kinder zum Staunen. Ob gefährlich aussehende Rüstungen, detailgetreue Kleidung oder bewegliche Props – Stefan hat so ziemlich alles in seinem Repertoire. Mit seiner Präsentation am Anfang erweckte er somit nicht nur das Interesse der Schüler*innen, sondern definitiv auch das unserer Teammitglieder und jenes der Lehrkräfte.
Insgesamt wurden im Rahmen dieses Workshops 5 verschiedene Räume in der Mittelschule bespielt, in denen die Kinder schaffen und gestalten durften.
Mit dem Bild ihres Charakters sind die Schüler*innen stetig von Raum zu Raum geeilt, um ihre kreativen Visionen zum Leben zu erwecken. Unter Verwendung von EVA-Foam, Holz, Karton und Moosgummi im technischen Werkraum, verschiedenen Malfarben und Stiften für sämtliche Materialien, Foamclay, Perlen und Schneidplotter im Otelo, Stoffen, Klettverschluss, Textilkleber, Nähmaschine, Knöpfe im textilen Werkraum und der Nutzung von Lasercutter, 3D-Druck und 3D-Stifte im 3D-Drucklabor entstanden sagenhaft einfallsreiche und vor allem multimediale Cosplays und sogenannte „Props“ (Requisiten) .
Schön ist, dass es beim Cosplayen eigentlich keine „falschen“ Entscheidungen gibt. Man lernt durchs Tun. So ist auch der Sinn dieses Projekts, dass man sich neu kennenlernen und ausprobieren darf, Versuche mit Materialien und Techniken macht und sich dann für die Version entscheidet, die einem dann am besten gefällt. Man findet heraus, was man eigentlich schon kann, ohne dass man es gewusst hat und wo es wohl noch mehr Übung braucht, bis das Ergebnis den eigenen Vorstellungen entspricht. “Es muss nicht perfekt sein”, sagt auch Experte Stefan. Als einer, der den Werkunterricht in der Schule eigentlich gar nicht mochte, und sich erst später all seine Skills selbst angeeignet hat, weiß er, wovon er spricht.
Im Workshop starteten die Schüler*innen mit vielen verschiedenen Werkstücken, manches wurde sogar schon fertig gestellt.
Ein Highlight war natürlich, dass Stefan die Möglichkeit, mit EVA-Foam zu arbeiten angeboten hat und Sebastian von SFK beim Arbeiten mit Holz professionell unterstützen konnte.
So entstanden unter vielen anderem:
eine Maske für einen Pestdoktor, eine Sense für den Sensenmann, eine Bratpfanne und ein 3D gedruckter Pascal für Rapunzel, das Shirt von Harley Quinn, die Knöpfe und Buchstaben-Labels von Super Mario und Luigi, Klingen für Wolverine, Masken für einige Spiderman, Emblems für Harry Potter, Krone und Halskette von Dornröschen, Kostümteile von Belle,Elsa und Teletubby Po, Eiskristalle für Elsa, ein Pfeilköcher und Pfeile für Merida.
Die Klasse kann nun noch bis gegen Ende des Semesters im Werkunterricht mit den eigenen Lehrerinnen an den Kostümteilen weiterarbeiten.
Wir sind schon auf die Ergebnisse gespannt!
Außerdem hoffen wir, dass wir mit den Cosplay-Workshops bei manchen Schüler*innen das Interesse an diesem vielseitigen Hobby wecken konnten und nachhaltig Lust auf die Verwendung der eigenen Hände, diverser Materialien und Technologie gemacht haben! Und wer weiß – vielleicht saßen in dieser Klasse ja bereits die Cosplay-Champions der Zukunft..
Autorin: Hannelore Hollinetz
Foto Credits: Otelo eGen, Simon Wimmer